Presse

 

Aktueller Bericht + Fotos:

http://www.liv3.at/gallery/solila-solidarische-landwirtschaft-im-donaufeld

 

Kurzer Bericht im Kurier:

http://kurier.at/chronik/wien/besetzung-in-der-strozzigasse-feministinnen-wollten-mehr-lebensraum/12.000.537

 

Pressekonferenz Audioaufnahme:

Trotz Räumungsdrohung des Wohnfonds Wien: „Wir werden auf alle Fälle bleiben“ – PK am besetzten Acker in Wien-Donaufeld – Solidarisches Landwirtschaften geht weiter.

http://cba.fro.at/109991

 

Artikel zu SoliLa! auf Stadtfrucht Wien

http://stadtfruchtwien.wordpress.com/2013/05/05/solila-landbesetzung-am-donaufeld-der-beginn/

http://stadtfruchtwien.wordpress.com/2013/05/07/solila-landbesetzung-von-raumung-bedroht/

http://stadtfruchtwien.wordpress.com/2013/05/09/die-landnahme-am-donaufeld-der-artikel/

http://stadtfruchtwien.wordpress.com/2013/05/10/der-wohnfondsludwig-solidarisiert-sich-mit-solila-besetzung/

Kurzes Video zur Landbesetzung von WienTV

Presseaussendung der ÖBV-Via Campesina Austria

Wohnfonds Wien droht LandbesetzerInnen mit Räumung

BäuerInnen solidarisieren sich und fordern Land für jene, die es bewirtschaften wollen

Seit Samstag, den 4. Mai, besetzen ca. 100 Landlose, Studierende und AktivistInnen eine Brachfläche im Donaufeld, Wien Floridsdorf, die dem Wohnfonds Wien gehört. Wie kürzlich bekannt wurde, droht der Wohnfonds Wien, die Fläche am 7. Mai zu räumen.

"Die ÖBV-Via Campesina Austria solidarisiert sich mit den BesetzerInnen, die eine lokale solidarische Landwirtschaft aufbauen wollen. Wir fordern den Wohnfonds Wien auf, von einer Räumung abzusehen und die Fläche für eine nachhaltige landwirtschaftliche Nutzung zur Verfügung zu stellen“, so Irmi Salzer von der ÖBV-Via Campesina Austria.

Die von den Besetzer*innen gegründete Initiative „Solidarisch Landwirtschaften!“, kurz SoliLa!, kritisiert, dass es gerade in Zeiten von „peak oil“ und „peak soil“ absurd ist, fruchtbares Land immer weiter zu verbauen. Die Landwirtschaft in Wien, wie auch in ländlichen Gebieten, ist zunehmend von zwei Tendenzen betroffen: die Versiegelung von landwirtschaftlichen Flächen sowie Höfesterben und Landkonzentration.

Auch die Wiener Landwirtschaft wird immer weiter Richtung Profitmaximierung gedrängt, in welcher nur noch die wettbewerbsfähigsten Betriebe erhalten werden sollen. Dies wird im agrarstrukturellen Entwicklungsplan festgeschrieben. Während große zusammenhängende landwirtschaftliche Flächen an den Rändern der Stadt für die landwirtschaftliche Nutzung geschützt werden sollen, sind kleinere und nicht zusammenhängende Flächen in zentralerer Lage als Pufferzone für Bauvorhaben vorgesehen. Damit wird letztendlich die Versiegelung von fruchtbaren Böden wie im Donaufeld vorangetrieben. In Wien ist ein Verlust von 20% der landwirtschaftlichen Flächen zwischen 1999 und 2010 zu verzeichnen.

Dieser Entwicklung stellt sich SoliLa! entgegen und zeigt eine Alternative auf..

Die Eigentümerin der Fläche ist der Wohnfonds Wien, ehemals „Flächenbereitstellungsfond“. Seine Aufgabe ist es, Flächen anzukaufen um sie für Wohnbauträger bereit zu stellen. „Die Besetzung richtet sich nicht gegen leistbares Wohnen. Ganz im Gegenteil wollen wir die Frage stellen, wie leistbares Wohnen für alle möglich sein kann ohne dabei fruchtbare Böden zu versiegeln. Der steigende Bedarf an Wohnraum steht einem Leerstand von bis zu 80.000 Wohnungen sowie weiteren tausenden Büros gegenüber“, meint Markus, BOKU-Student und Recht auf Stadt-Aktivist.

Parallel zur Spekulation mit Leerstand finden jährlich tausende Delogierungen in Wien statt. Rund 2.600 Haushalte wurden allein im Jahr 2012 zwangsgeräumt. Etwa 1.000 Fälle davon betrafen Gemeindebauwohnungen. „Von einer sozialen Wohnpolitik kann somit nicht mehr gesprochen werden“, so eine Aktivistin.

Profitorientierte Wohnungspolitik hat nicht nur erzwungenen Leerstand zur Folge, sondern auch die Versiegelung landwirtschaftlicher Fläche für immer weitere Bauvorhaben. Aus diesem Grund fordert SoliLa! als Teil des Netzwerks „Recht auf Stadt“ nicht nur Zugang zu Land für jene die es bewirtschaften (wollen), sondern auch Zugang zu leistbarem Wohnraum für alle.

Die Initiative SoliLa! möchte das besetzte Land als landwirtschaftliche Fläche erhalten und eine bedürfnisorientierte, kleinstrukturierte, nachhaltige Lebensmittelproduktion umsetzen. Die vielen beteiligten Menschen arbeiten seit dem 4.Mai gemeinsam an der nachhaltigen Kultivierung des Bodens und haben Nachbar*innen und Interessierte eingeladen, daran mitzuwirken.

Nähere Informationen:

Info- und Pressetelefon: 0681/ 811 900 65

Web: 17april.blogsport.eu

Email: schwarzerettich@riseup.net


DI in Irmi Salzer

ÖBV-Via Campesina Austria

Schwarzspanierstraße 15/3/1

1090 Wien

+43 1 89 29 400 (phone)

+43 699 11 82 76 34 (mobile)

www.viacampesina.at

irmi.salzer@viacampesina.at

 

Presseaussendung zur Räumung:

Akute Räumungsgefahr der Landbesetzung – der Wohnfonds Wien droht SoliLa!

Wien Floridsdorf: In den letzten Tagen wurde auf dem besetzten Stück Land am Drygalskiweg 49 begonnen, eine solidarische Landwirtschaft aufzubauen. Viele interessierte Nachbar_innen kamen bereits auf die Fläche und brachten Jungpflanzen mit.Die Räumung des Projekts wäre ein Zeichen dafür, dass die Zukunft unserer Stadt weiterhin über die Köpfe der Menschen hinweg verplant wird. SoliLa! fordert echte Partizipationsmöglichkeiten im Stadtplanungsprozess und die Erhaltung von fruchtbaren Böden und Landwirtschaft in Wien.

Jetzt droht der Wohnfonds mit einer Räumung der Initiative SoliLa! binnen 24 Stunden.

Konstruktive Gesprächsversuche wurden von Seiten des Wohnfonds Wien abgeblockt. Obwohl die Brachfläche derzeit noch unter Bausperre steht, weigert sich der Wohnfonds eine Zwischennutzung der Initiative SoliLa! in Betracht zu ziehen. Eine Verhandlung über die Nutzung der Fläche wird somit verunmöglicht.

“Für mich ist es eine Schande, dass die Stadt Wien junge Menschen bei ihrem Vorhaben an die gärtnerische Tradition im Donaufeld anzuknüpfen, nicht unterstützt “, so eine Nachbarin.

Immer mehr Beete entstehen und es gibt regen Austausch zwischen Anrainer_innen und Jungbäuer_innen. Beim sonntäglichen “Nachbar_innen-Cafe” wurde über die Situation im Donaufeld diskutiert.

Trotz großem Interesse und der Unterstützung vieler Nachbar_innen unterbindet der Wohnfonds den Versuch einer ökologischen, solidarischen, partizipativen Stadtgestaltung von Unten. “Diese engagierten jungen Menschen beleben und bewirtschaften diese Brachfläche um eine gute Ernährung für alle möglich zu machen. Zugang zu gesunder Nahrung ist ein Grundrecht und wird hier aktiv umgesetzt” erklärt ein Nachbar.

SoliLa! setzt sich dafür ein, Stadtgestaltung selbst in die Hand zu nehmen.

 

Das Presse- und Infotelefon ist unter folgender Nummer zu erreichen: 0681/ 811 900 65

web: 17april.blogsport.eu

 

Presseaussendung zur Landbesetzung



Land denen, die es bewirtschaften (wollen).

Recht auf Stadt- für eine demokratische Stadtgestaltung.

Wien: Studierende, Aktivist*innen und Landlose beginnen mit dem Aufbau einer solidarischen Stadtlandwirtschaft und nehmen Stadtplanung selbst in die Hand.

Seit Samstag, den 4. Mai, besetzen ca. 100 Landlose, Studierende und Aktivist*innen eine Brachfläche im Donaufeld, Wien Floridsdorf, die dem Wohnfonds Wien gehört.

Hier soll fruchtbares Land, das über Jahrzehnte von kleinen Gärtnereien bewirtschaftet wurde, verbaut werden. Der Aufbau einer lokalen solidarischen Landwirtschaft ist unser Gegenentwurf zur derzeitigen Stadtplanung“, so Jana, landlose Gärtnerin.

Die von den Besetzer*innen gegründete Initiative „Solidarisch Landwirtschaften!“, kurz SoliLa!, kritisiert, dass es gerade in Zeiten von „peak oil“ und „peak soil“ absurd ist, fruchtbares Land immer weiter zu verbauen. Die Landwirtschaft in Wien, wie auch in ländlichen Gebieten, ist zunehmend von zwei Tendenzen betroffen: die Versiegelung von landwirtschaftlichen Flächen sowie Höfesterben und Landkonzentration.

Täglich gehen in Österreich 20 Hektar landwirtschaftliche Fläche unwiederbringlich als Bau- und Verkehrsflächen verloren. Für Wien wird das an dem Verlust von 20% der landwirtschaftlichen Flächen zwischen 1999 und 2010 sichtbar.

Die Zahl der Bäuer_innenhöfe in Wien verringerte sich zwischen 1995 und 2010 drastisch von rund 1.200 auf etwa 550 Höfe. Bei den geschlossenen Höfen handelt es sich zum großen Teil um kleine und mittlere Betriebe: 68% der Höfe hatte weniger als 5 Hektar Fläche.

Europaweit zeigt sich die gleiche Tendenz. Eine kürzlich veröffentlichte Studie1 dokumentiert, dass lediglich 3 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in der EU rund 50% der landwirtschaftlichen Flächen kontrollieren. Diese Landkonzentration wird durch das System der Agrarsubventionen je nach Fläche letztendlich durch staatliche Gelder gefördert und vorangetrieben.

Auch die Wiener Landwirtschaft wird immer weiter Richtung Profitmaximierung gedrängt, in welcher nur noch die wettbewerbsfähigsten Betriebe erhalten werden sollen. Dies wird im agrarstrukturellen Entwicklungsplan festgeschrieben. Während große zusammenhängende landwirtschaftliche Flächen an den Rändern der Stadt für die landwirtschaftliche Nutzung geschützt werden sollen, sind kleinere und nicht zusammenhängende Flächen in zentralerer Lage als Pufferzone für Bauvorhaben vorgesehen. Damit wird letztendlich die Versiegelung von fruchtbaren Böden wie im Donaufeld vorangetrieben. Dieser Entwicklung stellt sich SoliLa! entgegen und zeigt eine Alternative auf..

WOHNPOLITIK OHNE FRUCHTBARE BÖDEN ZU VERSIEGELN

Die Eigentümerin der Fläche ist der Wohnfonds Wien, ehemals „Flächenbereitstellungsfond“. Seine Aufgabe ist es, Flächen anzukaufen um sie für Wohnbauträger bereit zu stellen. Seit 2004 baut die Stadt Wien selbst keine Gemeindewohnungen mehr. Stattdessen wurde zu einer Politik der Subventionierung von Wohnbauträgern übergegangen.

Die Besetzung richtet sich nicht gegen leistbares Wohnen. Ganz im Gegenteil wollen wir die Frage stellen, wie leistbares Wohnen für alle möglich sein kann ohne dabei fruchtbare Böden zu versiegeln. Der steigende Bedarf an Wohnraum steht einem Leerstand von bis zu 80.000 Wohnungen sowie weiteren tausenden Büros gegenüber“, meint Markus, BOKU-Student und Recht auf Stadt-Aktivist.

Parallel zur Spekulation mit Leerstand finden jährlich tausende Delogierungen in Wien statt. Rund 2.600 Haushalte wurden allein im Jahr 2012 zwangsgeräumt. Etwa 1.000 Fälle davon betrafen Gemeindebauwohnungen. „Von einer sozialen Wohnpolitik kann somit nicht mehr gesprochen werden“, so eine Aktivistin.

Profitorientierte Wohnungspolitik hat nicht nur erzwungenen Leerstand zur Folge, sondern auch die Versiegelung landwirtschaftlicher Fläche für immer weitere Bauvorhaben. Aus diesem Grund fordert SoliLa! als Teil des Netzwerks „Recht auf Stadt“ nicht nur Zugang zu Land für jene die es bewirtschaften (wollen), sondern auch Zugang zu leistbarem Wohnraum für alle.

Es braucht demokratische Entscheidungsstrukturen über Stadtplanung. Nachbar*innen und Initiativen wurden in die Stadtentwicklungspläne fürs Donaufeld bisher nicht einbezogen“, so eine Nachbarin.

Die Initiative SoliLa! möchte das besetzte Land als landwirtschaftliche Fläche erhalten und eine bedürfnisorientierte, kleinstrukturierte, nachhaltige Lebensmittelproduktion umsetzen. Die vielen beteiligten Menschen arbeiten seit dem 4.Mai gemeinsam an der nachhaltigen Kultivierung des Bodens und laden Nachbar*innen und Interessierte herzlich dazu ein, mitzuwirken.

Für Recht auf Stadt und Ernährungssouveränität!

Nähere Informationen:

Info- und Pressetelefon: 0681/ 811 900 65

Web: 17april.blogsport.eu

Email: schwarzerettich@riseup.net

2 Antworten auf Presse

  1. pabstess sagt:

    Hier findet sich eine interessante Hintergrundlektüre zu aktuellen Konflikten um Land und historischen Ereignissen in Wien http://www.social-innovation.org/?p=3902

  2. pabstess sagt:

    und hier gibts eine Radiosendung über die Hintergründe und Ziele der Besetzung: http://t.co/Oz3prAWj

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


− 3 = sechs

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>