Es geht weiter… Aufruf zur gemeinsamen Landnahme am 4. Mai


SoliLa -Solidarisch Landwirtschaften
SoliLa ist seit der Räumung der ihrer Fläche in Jedlersdorf im April 2012 landlos. SoliLa steht aber weiterhin für die Aneigung der Lebensmittelproduktion, bedürfnissorientiert, lokal, antikapitalistisch. Wir wollen ein gemeinschaftlich-nachbarschaftliches Projekt aufbauen, in dem lokal Gemüse angebaut wird, durch das Grün- und landwirtschaftliche Flächen in der Stadt erhalten werden, und das ein emanzipatorischer Ort sein möchte, der den Austausch und die Weitergabe von dissidentem Wissen ermöglicht. Dieses Projekt steht allen Menschen offen, die sich aktiv daran beteiligen möchten, z.B. stellen wir uns eine DIYFahrradwerkstatt oder regelmäßige Diskussionstreffen vor. Wir werden in dieser Saison den 4. Mai zu unserem Tag des kleinbäuerlichen Widerstands machen und uns aktiv Zugang zu Land verschaffen. Denn dieser wird uns als selbstorganisiertes Projekt immernoch durch Kapitalinteressen, Landspekulation und eine elitäre Stadtgestaltung verunmöglicht.

Spekulation mit der Lebensgrundlage
Viele landwirtschaftliche Flächen in Wien sind aktuell Opfer der Bauspekulation, wie beispielsweise am Donaufeld sichtbar wird, wo fruchtbares Land weiteren, auf Verwertungsinteressen ausgerichteten Bauprojekten weichen soll. Täglich gehen in Österreich 15 – 20 ha Boden unwiederbringlich als Bau- und Verkehrsfläche für die Landbewirtschaftung verloren. Das ist nicht nur für unser Ernährungssystem und damit den Arbeits- und Lebensbedingungen global, sondern u.a. auch durch den Verlust des CO2 Speichers Boden für den Klimawandel eine folgenreiche Katastrophe.

Wessen Stadt?!
Wir stellen uns seit längerem die Frage, was eigentlich „Stadt“ sein soll und was eigentlich noch „Land“ genannt werden kann. Eine Betrachtungsweise könnte sein, diese Orte nicht als binär und gegensätzlich zu verstehen, sondern diese LandStadt oder dieses StadtLand als Ort der Auseinandersetzung von verschiedensten Lebensentwürfen, einer Ernährung für alle und den Zugang zur Mitgestaltung des eigenen Lebensraums, zu betrachten. Dabei sind die Munserenachtverhältnisse zu Gunsten der weißen, wohlhabenden Norm verschoben und ein nicht-kommerzialiserter, und auch nicht-zubetonierter, öffentlicher Raum wird durch die elitäre Stadtplanung aktiv verdrängt. Wer hier wie leben darf wird klar definiert, anderes wird unterdrückt oder illegalisert. Ein solidarisches Miteinander und das Organisieren von Widerstand braucht nicht-kommerzialiserte, gemeinschaftlich nutzbare Räume. Auch deshalb werden sie aktiv verunmöglicht. Mit dem Besetzen einer Fläche wehren wir uns also nicht nur gegen die unhaltbaren Produktionsbedingungen, sondern auch gegen den Raub unserer Stadt.

Hate Supermarkt Love Ernährungssouveränität
In dieser Debatte um „städtischen“ Raum wollen wir auf eine weitere Ebene aufmerksam machen: Die Auswirkungen der „städtischen“ Lebens-/Konsumweise, die in den kapitalistischen Ausbeutungsbeziehungen einen gewichtigen Platz einnimmt und von der auch urbane politische Projekte zumeist keinen radikalen Abstand nehmen. Nicht nur werden fruchtbare Böden/die Umwelt durch die Massenproduktion/industrielle Landwirtschaft zerstört, sondern durch einen unkritischen Konsum wird die global verstrickte Ausbeutung durch diese Lebensmittelproduktion unterstützt. Weil immernoch Freiräume, politische Projekte, etc. in Supermärkten einkaufen (müssen) oder dumstern/containern was nicht für alle möglich und daher nicht nachhaltig ist, sehen wir Solidarisch Landwirtschaften auch in diesem Kontext als einen dringend notwendigen Gegenentwurf.
Die SoliLa möchte im kleinen eine alternative Produktions- und Lebensweise verwirklichen. Wir wollen uns der Marktlogik entziehen und für das Recht auf kooperative, kollektive, autonome, bedürfnisorientierte, kleinbäuerliche Nahrungsmittelproduktion in Stadt und Land einstehen. Mit dem angebauten Gemüse wollen wir Projekte, Freiräume und Menschen mit einer leistbaren, gesunden und lokalen Ernährung unterstützen, die über überteuerte „BioSupermärkte“ nur lachen können. Gleichzeitig fordern wir den Stopp der Stadtverdichtung zulasten von Grün- Landwirtschafts- und selbstbestimmten Räumen, während 80.000 Wohnungen zu Spekulationszwecken leerstehen. Wir fordern ebenfalls Ernährungs- Saatgut- und Landsouveränität im Sinne einer globalen emanzipatorischen Land- und Nahrungsmittelpolitik.

Wir laden daher am 4.Mai zur gemeinsamen Landnahme ein! Kommt zahlreich und bringt eure Freund_innen, Kinder, Saatgut, Werkzeug, Lebensmittel, Workshops, Diskussionen, eigene Ideen zur Gestaltung des kollektiv belebten Stück Lands! Aktuelle Infos auf 17april.blogsport.eu

Resistance is fertile! Solidarisch landwirtschaften und leben jetzt!

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